Geschichte | Bewegungskunst

nächste Termine:



19.12.2017  Tai Ji Quan - 18:30 Uhr Gebhardtstraße 5, Fürth

20.12.2017  Tai Ji Quan - 19:15 Uhr Parkstr.28, Nürnberg

28.12.2017  Tai Ji Quan - 19:15 Uhr Parkstr.28, Nürnberg

30.12.2017  Tai Ji im Park - 19:15 Uhr Parkstr.28, Nürnberg


Event Berichte:


 
 

Geschichte

 

Das „Tai Ji Quan“ ist bei uns als Gesundheitsübung bekannt geworden das aus China stammt und von älteren Menschen betrieben wird. Solche Dogma und andere wurden von der 68er „Flower Power“ Welle, den später aufkommenden esoterischen Bewegungen und den Medien verbreitet, welche über ein unzureichendes Verständnis verfügen.

In der Zwischenzeit haben sich einige Menschen die Mühe gemacht Sprache, Kultur, Kunst und das „Tai Ji Quan“ intensiv vor Ort zu studieren. Auf dieser Grundlage erweitert sich nun das Verständnis über diese Disziplin. Dazu gehören auch die Gute nacht Geschichten um die Figur Namens „Zhang San Feng“ mit denen nicht nur die Kinder in China gefüttert werden.

Das älteste nachweislich anerkannte „Tai Ji Quan“ geht aus der Überlieferung der Familie Chen hervor. Der Ahnherr dieser Kampfkunst Chen Wang Ting lebte um 1644, zu Beginn der Qing-Dynastie, im Dorf „Chen Jia Gou“ (Provinz Henan). Die derzeitigen Linienhalter Chen Peishan und Chen Peiju stehen in der 12. Generation dieser Kampfkunst. Aus diesem 350 Jahre alten Stil sind alle heute bekannte Stile direkt oder indirekt hervorgegangen. Weit verbreitet sind heute vor allem der Yang- Wu-, Li-, Hao- oder He – Stil und Tai Ji Quan – Vakanzen aus dem Ort Zhao Bao.

Es existieren Schriften die zeigen das es vor und nach der Zeit von Chen Wang Ting Übungen gegeben hat die als „Tai Ji Quan“, „Tai Ji Gong“ oder „Tai Ji Yang Sheng Gong“ bezeichnet wurden. Damals kam keiner auf die Idee einen Unterschied zwischen Gesundheitsübungen und Kampfkunst zu machen, weil im Grunde beides zum Überleben notwendig ist.

Seit langer Zeit gibt es in China eine starke Wechselwirkung zwischen den 3 Lehren: Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus. In traditionellen Tai Ji – Kreisen ist daher der Einheitsgedanke von diesen drei Schulen weit verbreitet. Wenn wir von klassischem Tai Ji Quan sprechen haben wir es offensichtlich mit universellen Erfahrungswerten zu tun die sich unabhängig von Mode oder Zeitgeist erleben lassen.

 

Der Begriff „Tai Ji Quan“:

Heute wird häufig die Bezeichnung Taichi bzw. Tai Chi benutzt. Dies beruht auf einer Übernahme aus englischsprachigen Quellen. Man schreibt dann häufig im deutschen Taichi, spricht es aber Englisch aus, obwohl die deutsche Aussprache eine ganz andere ist.

„Tai Ji Quan“ kann man Sinngemäß übersetzen als „Fäuste des vollkommenen“ oder „die hochwertigste Faustkunst“. Quan steht für Faustkunst oder ein Boxsystem was man auch in anderen Namen wie z. Bsp. bei „Hong Jia Quan“ ( Kampfkunst der Familie Hong ) wiederfinden kann. „Tai Ji“ wird meistens als „höchster Balken“ übersetzt. In der Abbildung oben rechts sehen wir zuerst den „Wu Ji“ – Kreis und darunter den „Tai Ji“ – Kreis ( ein älteres Abbild von Yin & Yang ). Im Grundgedanken dieser Philosophie wird gesagt dass zuerst die Welt im Urzustand des „Wu Ji“ bestanden hat und daraus später das „Tai Ji“ hervorgegangen ist. Somit sind die Pole Yin und Yang entstanden. Zwischen diesen Polen herrscht ständig Bewegung und es findet ein Wechsel statt. Hinter Tai Ji steht also eine Theorie die sich mit dem Studium des Wechsels der Energien zwischen Yin und Yang beschäftigt.

Hätte man vor 400 Jahren einen Kampfkünstler in China gefragt wie seine Kampfkunst heißt so wäre er vielleicht überrascht gewesen, weil er nie auf die Idee gekommen wäre darüber nachzudenken wie die Kampfkunst nun heißen müsse. Wichtiger wäre gewesen das es eine Familienüberlieferung ist und das sie ihren praktischen Nutzen hat. Um schnell etwas gegenüber mächtigen Beamten oder Offizieren auf so eine Frage zu antworten ist es denkbar das sich ein gebildeter Kampfkünstler spontan Bezeichnungen wie Tai Ji (Quan) ausleiht. Im Kern sagt er damit nur das er sich dem Studium der Wirklichkeit aussetzt.