Geschichte zum Tai Chi ( Taichi, Taiji, Tai Ji Quan ) | Bewegungskunst

nächste Termine:



08.02.2012  Tai Ji Quan - 19:45 Uhr Parkstr.28, Nürnberg

15.02.2012  Tai Chi - Kursstart und Schnuppertag - 19:45 Uhr Parkstr.28, Nürnberg

22.02.2012  Tai Ji Quan - 19:45 Uhr Parkstr.28, Nürnberg

29.02.2012  Tai Ji Quan - 19:45 Uhr Parkstr.28, Nürnberg

03.03.2012  Tai Ji im Park - 10:00 Uhr Treff: Stadtpark - Brücke am Teich, Nürnberg

 

Geschichte

Veröffentlicht von admin am 25. November 2009 in Geschichte

Das „Tai Ji Quan“ ist bei uns als ein System von Gesundheitsübungen bekannt geworden das aus China stammt und vor allem von älteren Menschen betrieben wird. Solche Dogma und andere wurden zuerst von der 68er „Flower Power“ Welle, den später aufkommenden esoterischen Bewegungen und den Medien verbreitet, welche über ein unzureichendes Verständnis verfügen.

In der Zwischenzeit gibt es zahlreiche Europäer die selbst lange Zeit in China gelebt und gearbeitet haben. Einige dieser Menschen haben sich die Mühe gemacht Sprache und Kultur intensiv vor Ort zu studieren. Auf dieser Grundlage erweitert und ergänzt sich nun Schritt für Schritt auch das Verständnis im Westen darüber was „Tai Ji Quan“ wirklich ist.

Bei allem Interesse für das „Tai Ji Quan“ gilt es sich eigener kultureller Stärken treu zu bleiben und nicht in allem Übereifer jeder beliebigen Behauptung, ungeprüft, Glauben zu schenken. Beispielsweise wird in Publikationen gerne über das daoistische „Tai Ji Quan“ geschrieben, was im Zusammenhang zu einer Person Namens „Zhang San Feng“ steht. In der Regel beruhen diese Überlieferungen auf Mythen die häufig anderen Quellen widersprechen und keinen handfesten Beweis liefern.

Das älteste nachweislich anerkannte „Tai Ji Quan“ ist der Chen – Stil, welcher um 1644 zu Beginn der Qing-Dynastie entwickelt wurde. Als Ahnherr dieser Kampfkunst gilt „Chen Wang Ting“ aus dem Dorf „Chen Jia Gou“ in der Provinz Henan. Seit dem wird dieser Stil bis heute weitergegeben. Derzeitige Linienhalter sind zum Beispiel „Chen Pei Shan“ und „Chen Pei Ju“. Aus diesem 350 Jahre alten Stil sind alle heute bekannte „Tai Ji Quan“ – Stile direkt oder indirekt hervorgegangen. Weit verbreitet sind heute vor allem der Yang- Wu-, Li-, Hao- oder He – Stil und Tai Ji Quan – Vakanzen aus dem Ort Zhao Bao.

In naher Zukunft wird es weitere Forschungen über die Zeit vor “Chen Wang Ting” geben. Es existieren Hinweise die belegen das es vor dieser Zeit Kampfkünste gegeben hat die als „Tai Ji Quan“ bezeichnet wurden. Klarheit fehlt jedoch darüber ob es sich um eine in sich geschlossene Kampfkunst oder mehrere Systeme gehandelt hat. Darüber hinaus kann man dennoch den Begriff „Tai Ji Quan“ als einen relativ neuen Begriff in der chinesischen Sprache betrachten, welcher erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts seine Verbreitung fand. Es ist somit nicht auszuschließen das die Kampfkunst von „Chen Wang Ting“, vor seiner Zeit, bereits unter anderen Namen bekannt gewesen ist.

Fest steht nur das es seit langem einen tiefen Bezug zu daoistischem Gedankengut gegeben hat, was bis heute nachhaltig so geblieben ist. Wir haben es offensichtlich mit universellen Erfahrungswerten zu tun die sich unabhängig von Mode oder Zeitgeist erleben lassen.

Der Begriff „Tai Ji Quan”:

Heute wird häufig die Bezeichnung Taichi bzw. Tai Chi benutzt. Dies beruht auf einer Übernahme aus englischsprachigen Quellen. Wie so oft werden gerne Trends und Neuigkeiten aus Amerika einfach eingedeutscht. In diesem Fall ist es allerdings äußerst ungünstig. Man schreibt dann häufig im deutschen Taichi, spricht es aber Englisch aus, obwohl die deutsche Aussprache eine ganz andere ist.

Weiterhin gibt es in der chinesischen Sprache ein sogenanntes Pinyin – System, was einem internationalen Standard gleichkommt. Damit ist es möglich das jeder der sich daran hält, unabhängig von seiner Muttersprache, weiß was „Tai Ji Quan“ bedeutet oder wovon die Rede ist. Zudem ist weiterhin eine korrekte Aussprache damit verbunden. Wer sich an diesen Standard hält vermeidet vor allem im internationalen Umfeld das sogenannte große Chaos, wenn jeder nach gut dünken schreibt und gegenüber chinesischen Lehrern die unterschiedlichsten Laute von sich gibt. Den Lehrern aus China sieht man es äußerlich nicht an, aber im inneren besitzen sie einen starken Nationalstolz, welcher in so einem Fall permanent auf die Probe gestellt wird. Wir Europäer selbst stellen uns dabei in ein sehr ungünstiges Licht, weil man sich als unkultiviert und respektlos gegenüber der anderen Kultur präsentiert. Es lohnt sich also gewisse Grundlagen zu kennen ohne gleich Chinesisch lernen zu müssen.

„Tai Ji Quan” ist eine chinesische Kampfkunst die ihren Ursprung in einer anderen Kultur hat. Somit lässt es sich nicht vermeiden etwas über die andere Kultur in Erfahrung zu bringen, wenn man ernsthaft etwas lernen will.

„Tai Ji Quan” kann man Sinngemäß übersetzen als „Fäuste des vollkommenen“ oder „die hochwertigste Faustkunst“. Quan steht für Faustkunst oder ein Boxsystem was man auch in anderen Namen wie z. Bsp. bei „Hong Jia Quan” ( Kampfkunst der Familie Hong ) wiederfinden kann. „Tai Ji” wird meistens als „höchster Balken“ übersetzt. Es hat seine Wurzeln im daoistischen Gedankengut. In der Abbildung oben rechts sehen wir zuerst den „Wu Ji” – Kreis und darunter den „Tai Ji” – Kreis ( ein älteres Abbild von Yin & Yang ). Im Grundgedanken dieser Philosophie wird gesagt dass zuerst die Welt im Urzustand des „Wu Ji” bestanden hat und daraus später das „Tai Ji” hervorgegangen ist.